Wahlen 2017


Zwischenzeitlich sah es am Samstagabend bei der Jahreshauptversammlung des Obst- und Gartenbauvereins Marktbreit so aus, als würde es keinen Vorsitzenden geben: Obwohl mit über 40 Stimmen gewählt, nahm Johannes Lang die Wahl nicht an. „Da sind Mitglieder, die mit dem Messer in der Hand hinter mir stehen“, sagte er zur Begründung. Erst nach eindringlichem Appell des Kreisvorsitzenden Karl Wolf und einiger Bedenkzeit nahm Lang das Mandat doch an.

Ungewöhnlich: Eine Jahreshauptversammlung am Faschingssamstag, die mit über 50 Teilnehmern auch noch sehr gut besucht ist, obwohl Wahlen auf der Tagesordnung stehen. Der Verlauf: Nach harmonischem Beginn dann fast die Eskalation – am Ende doch ein Ergebnis, mit dem wohl alle leben können, oder auch müssen. Viel Fingerspitzengefühl war vom Wahlvorstand gefordert, das haben Karl Wolf, Robert Neußner und Erich Hegwein aber bewiesen.

Eine gewöhnliche Sitzung – bis zu den Wahlen

Bis zu den Wahlen eine ganz normale Versammlung: Der Vorsitzende Johannes Lang gibt Bericht über ein weitgehend normales Vereinsjahr. Zwar war die Frühjahrspflanzenbörse so schlecht besucht, dass sie künftig nicht mehr stattfindet. Doch waren bei den zwei Arbeitseinsätzen auf dem Vereinsgelände viele Mitglieder beteiligt und auch das Sommerfest mit dem neuen Imbissstand, die Weihnachtsfeier oder auch die Teilnahme an der Schlossweihnacht sehr erfolgreich. Der Altersdurchschnitt der 166 Mitglieder liegt mit 57,9 Jahren zwar hoch, doch gibt es, so Lang, „eine gute jüngere Gruppe“. Auch finanziell steht der Verein gut da und konnte sein Vermögen im vergangenen Jahr steigern.

Bei den Wahlen forderten einige Mitglieder geheime Stimmabgabe, was von der Wahlleitung auch umgesetzt wurde. Kein Gegenkandidat zu Johannes Lang, allerdings etliche Gegenstimmen, so dass sich Lang eine Bedenkzeit erbat, ehe er einwilligte. Problemlos war die Wahl seines Vertreters Alfred Adam. Beim Kassier ein weiterer Eklat: „Wir wollen diesen Clan sprengen“, so ein Ruf aus der Versammlung, als Reinhard Lang als Kandidat aufgerufen wurde.

Nachfolger wurde gesucht

Reinhard Lang, der Vater des Vorsitzenden, machte deutlich, dass er bei den vergangenen Wahlen erst nach einigen vergeblichen Anläufen – es hatte sich kein Kandidat für den Posten gefunden – sich aus Verantwortung gegenüber dem Verein bereit erklärt hatte, als Kassier zu kandidieren. Der Vorwurf der Clan-Bildung sei deshalb wohl absurd. Der Versuch, ein erst an diesem Abend beigetretenes Neumitglied als Kassier zu installieren, scheiterte: Mitglieder müssen vom Vorstand bestätigt werden. Und der, so Karl Wolf, existiere während der Wahl nicht. Neuer Kassier wurde schließlich Ernst Bradenstein. Die alte und neue Schriftführerin Renate Zinner konnte sich abschließend deutlich gegen Karl-Heinz Becker durchsetzen.

Mit Hedda Nagel, Jasmin Lang, Kerstin Sponsel, Wilfred Müller, Gerald Lang, Thomas Schlegel und Friedolin Hüblein konnte dann ebenso ein Beirat gefunden werden, wie mit Lisa Loder und Hans-Georg Scheid zwei Kassenprüfer.